Im Vertrieb lechzen alle nach neuen Leads! Ist ja auch ganz klar – schließlich sind gute Leads die Basis für jeden erfolgreichen Neuabschluss.
Aber woher kommen diese Leads denn? Wenn man keine konstant strömende Quelle für neue Leads hat, ist es naheliegend, dass man auch darüber nachdenkt, ob man Leads kaufen könnte oder sollte. Der Gedanke erscheint reizvoll. Aber wie sinnvoll ist das?
Das schauen wir uns, jetzt mal an und beleuchten die einzelnen Aspekte.
Leads, oder genauer gesagt Adress- und Kontaktdaten von Unternehmen und/oder Personen, kann man in verschiedenen Varianten bei diversen Quellen beziehen. Die Preise können hier extrem unterschiedlich sein – je nach Art der Quelle, Datentiefe, Qualität, Aktualität und Nutzbarkeit.
Sinnvoll kann ein Einsatz von gekauften Leads bzw. Adressen heute vor allem noch im Bereich klassischer Post-Mailings sein. Die postalische Adresse ist hier ein wichtiges Kriterium, das man häufig nur in den Datenbanken von Adressverlagen findet.
Im Tele-Marketing ist der Einsatz gekaufter Leads in bestimmten Fällen ebenfalls denkbar: Wenn man eine sehr eng umrissene Zielgruppe hat, die sich optimal über eine der genannten Quellen beziehen lässt und man intensiv mit dieser in der telefonischen Kaltakquise arbeiten möchte, kann das eine Option sein.
Im Online-Marketing-Bereich – dem heutzutage mit Abstand wichtigsten Marketing-Fokus – sieht das schon ganz anders aus.
Gekaufte Leads sind – seriöse Arbeit vorausgesetzt – heutzutage nämlich nicht wirklich im Online-Marketing einsetzbar.
Denn hierzu müsste man mit Kaltakquise- bzw. Outreach-E-Mails arbeiten, was im B2C-Bereich nicht erlaubt (oder höchstens in ganz speziellen Fällen) und auch im B2B-Sektor verpönt ist. Von den anderen Nachteilen abgesehen.
Natürlich kann man nicht alle käuflich erworbenen Leads über einen Kamm scheren. So sind vermutlich die Messebesucher-Daten einer speziellen Fachmesse, die gerade stattgefunden hat, aktuell und auch themenspezifisch. Was aber bei Daten, z. B. von Adressverlagen häufig nicht der Fall ist. Hier nutzt man oft Material, das schon jahrealt ist.
Eingeschränkte Nutzbarkeit: Wie zuvor beschrieben, lassen sich gekaufte Leads nur sehr stark eingeschränkt – wenn überhaupt – für Online- bzw. E-Mail-Marketing einsetzen. Manche Anbieter schränken die Nutzung von Adressen auch zeitlich oder in der Häufigkeit.
Datenschutzprobleme: Bei gekauften Leads muss man sich natürlich immer auf die Aussagen des Anbieters zur Nutzbarkeit der Adressdaten verlassen. Insofern ist man hier oft in einer Grauzone bzw. in Zeiten von verschärften DSGVO-Gesetzen sogar rechtswidrig unterwegs – vor allem online.
Kalte Leads: Ein großer Nachteil aller gekauften Leads ist, dass sie mehr oder weniger "kalt" sind. Das heißt, mit höchster Wahrscheinlichkeit hatten diese bisher nicht wirklich Berührungspunkte mit dem Unternehmen. Sie haben also noch keinerlei Verbindung zur Marke.
Fehlende Relevanz und Streuverlust: Je nach Quelle der gekauften Leads erwirbt man ggf. sehr viele Daten, die kein Interesse an dem Angebot (gezeigt) haben oder im schlimmsten Fall nicht mal zur Zielgruppe gehören.
Qualität der Leads: Gekaufte Leads müssen nicht per se schlecht sein. Wie man in der Praxis aber immer wieder feststellt, sind die Daten zumindest teilweise nicht mehr aktuell oder schlichtweg falsch.
Abhängigkeit: Wer Leads kauft, ist immer davon abhängig, dass andere Quellen entsprechend sprudeln und zudem eine möglichst wenig fehlerhafte Qualität liefern. Versiegt die Quelle, hat man ein Problem.
Imageschaden: Wer gekaufte Leads per Kaltakquise bearbeitet, kann im Regelfall mit entsprechender "Freude" auf der Gegenseite rechnen. Das reflektiert natürlich auf das gesamte Unternehmen und fördert definitiv nicht den guten Ruf. Im schlimmsten Fall vergrault man damit auch Leads, die ansonsten ggf. offen gewesen wären.
Geringe Conversion Rate: Die genannten Nachteile lassen erahnen, dass gekaufte Leads ganz schlecht konvertieren und sich damit nur schwer Kaufabschlüsse erzielen lassen.
In der Praxis wird hier als Faustregel oft angesetzt, dass warme Leads um den Faktor 10 besser konvertieren.
Hohe Kosten: Demzufolge können die Kosten für gekaufte Leads – auch wenn es vermeintliche Schnäppchen sind – unter dem Strich enorm hoch ausfallen.
Wer aktiv Online-Marketing betreibt und ggf. noch im B2B-Bereich angesiedelt ist, sollte auf jeden Fall viel Energie auf die eigene Leadgenerierung verwenden. Diese Leads werden mithilfe von Inbound Marketing gewonnen. Im Regelfall findet hier ein Austausch "Kostenloser Content gegen Kontaktdaten", bzw. "Kostenlose Leistung gegen Kontaktdaten", statt.
Leads zu kaufen, kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass diese im – extrem wichtigen – Online-Marketing möglicherweise nicht nutzbar sind und man fast immer erhebliche Nachteile mit einkauft. Als Alternative oder mindestens als sinnvolle Ergänzung sollte – vor allem im B2B-Bereich – die Generierung von Leads mit Inbound Marketing dienen. Das schafft eine langfristig funktionierende Systematik und liefert konstant eigenen Nachschub für Vertrieb und Kundengewinnung.
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